Kulturgut Wein: Süßweine
Mittwoch, den 14. Dezember 2011Ob aus privaten oder feierlichen Anlässen – Deutsche sind wahre Weinliebhaber. Neben den trockenen, lieblichen und aromatischen Varianten erfreut sich auch der so genannte Süsswein großer Beliebtheit.
Ein Wein gilt dabei dann als Süsswein, sobald sein Zuckergehalt pro Liter über 40 Gramm liegt. Dies wurde durch die Regelwerke der EU festgelegt. Um solche Weine herstellen zu können, müssen hohe Mostgewichte erreicht werden. Mit dem Prädikat Beerenauslese beginnen in Deutschland zwar die Süssweine, sie hängen jedoch weiter stark vom Gehalt des Alkohols ab, der bei der Umwandlung des Traubenzuckers gewonnen wird. Ist die Gärung durch den Winzer zu früh gestoppt worden, kann es passieren, dass der Wein zwar sehr süß gerät, sein Alkoholgehalt jedoch so niedrig ist, dass er nicht unter der Bezeichnung “Wein” verkauft werden darf.
Bei einer Trockenbeerenauslese werden edelfaule Beeren per Handlese gesammelt. Der Pilz Botrytis cinerea ermöglicht es, dass die Beerenschale löchrig wird und somit ein Teil des in den Beeren befindlichen Wassers verdunsten kann. Über diesem Wege wird der Zuckeranteil auf natürliche Weise erhöht. Trotz der hohen Preise für Weine aus der Trockenbeerenauslese sind die anfallenden Kosten für die Handlese meist nicht gedeckt. Winzer stellen diese besondere Form des Süßweines somit weniger aus gewinntechnischen Gründen her, sondern aus der Ambition des beruflichen Ehrgeizes heraus.
Die Entwicklung zu einem so genannten Eiswein wiederum ist reine Glückssache. Hierbei gefriert das sich in Beeren befindliche Wasser bei Frost und bildet über diesen Weg seine Süße. Voraussetzung für solche Eisweine sind zum einen eine gute Lage in geeigneten Flusstälern, sowie zum anderen eine sehr aufwendige und mühsame Handarbeit. Weisen die Beeren bei ihrer Lese eine Temperatur von höchstens sieben Grad auf, können die Eiskristalle bei dem anschließenden Abpressen nicht wieder auftauen.
In Deutschland verboten, verwendet Frankreich oftmals eine Eiswein-Verfahrenssimulation. Hierbei wird mit Hilfe von einer Frosterzeugung in Kühlkammern versucht, denselben Effekt zu erzielen. Da diese Methode jedoch sehr kostspielig ist, wird sie lediglich bei Jahrgängen angewendet, die aufgrund ihrer schlechten Qualität zu einem Totalausfall ausarten könnten.
Ein typisch italienischer Süsswein ist der Vin Santo, der aus der Toskana stammt. Die Beeren, aus denen er hergestellt wird, werden zuvor luftgetrocknet und enthalten einen hohen Zuckeranteil. Sizilien wiederum ist für seinen Marsala bekannt. Der Süsswein wird in verschiedenen Gehalten an Restzucker angeboten.
